Samstag, 19. August 2017

Menschen mit Diabetes sollten an heißen Tagen besonders auf ihren Blutzucker achten

Bei Hitze besonders auf den Blutzucker achten




Typ-1-Diabetiker brauchen im Sommer häufig weniger Insulin, wie das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" schreibt. Denn Hitze fördert die Durchblutung, gespritztes Insulin wirkt schneller. 

Viele essen zudem bei Höchsttemperaturen weniger. Dann steigt die Unterzuckergefahr - auch bei Typ-2-Diabetikern, die Sulfonylharnstoffe einnehmen. 

Schwitzen kann auch ein Zeichen von Unterzuckerung sein


Schwitzen ist übrigens nicht immer auf hohe Temperaturen zurückzuführen, sondern kann bei Menschen mit Diabetes auch ein Zeichen einer Unterzuckerung sein. Im Zweifel lieber einmal mehr den Blutzucker messen. Zudem gilt es, bei Hitze besonders viel zu trinken: Diabetiker mit hohem Blutzucker trocknen schneller aus, weil ihre Nieren versuchen, überschüssigen Zucker mit dem Harn aus dem Körper zu spülen - dabei geht viel Flüssigkeit verloren. 

Weitere Tipps, wie sie heiße Tage gut überstehen, finden Menschen mit Diabetes im aktuellen "Diabetes Ratgeber". Dort können sie außerdem bei einem Quiz testen, wie gut sie über Diabetes Bescheid wissen. 

Quelle: Das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber

Ausgabe 8/2017 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Mittwoch, 16. August 2017

Was tun an heißen Sommertagen?

10 wichtige Tipps, um alte und pflegebedürftige Menschen vor Hitzegefahren zu schützen




Heiße Sommertage sind für pflegebedürftige Menschen häufig anstrengend. Hitze belastet den Kreislauf und stört die natürliche Temperaturregulierung. An heißen Tagen ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken. Denn Flüssigkeitsmangel führt häufig zur sogenannten Hitzeerschöpfung oder im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag. Dieses Risiko haben vor allem alleinlebende Pflegebedürftige, da Unterstützung – wie regelmäßiges Anreichen von Getränken – fehlt. In solchen Fällen ist es dann besonders wichtig, dass sich Nachbarn oder Angehörige kümmern.

Vor diesem Hintergrund hat die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zehn wichtige Tipps zusammengestellt, um alte und pflegebedürftige Menschen vor Hitzegefahren zu schützen:

  • In der Regel sollte ein älterer Mensch täglich etwa 1,5 bis 2 Liter trinken. Bei bestimmten Erkrankungen (z. B. bei Herz- und Nierenerkrankungen) können andere, ärztlich verordnete Trinkmengen erforderlich sein. Sprechen Sie dazu mit dem Arzt. Führen Sie ein Trinkprotokoll, damit die aufgenommene Flüssigkeitsmenge kontrolliert werden kann.
  • Durch starkes Schwitzen steigt der Flüssigkeitsbedarf des Körpers. Oft haben alte Menschen kaum Durst. Deshalb ist es wichtig, immer wieder an das regelmäßige Trinken zu erinnern. Stündlich sollten ein bis zwei Gläser Flüssigkeit zur Verfügung stehen bzw. angeboten werden – je nachdem, welche Flüssigkeitsmenge der Arzt pro Tag verordnet hat.
  • Einige Medikamente beeinflussen den Wasserhaushalt oder die Anpassungsfähigkeit des Körpers bei Hitze und erhöhen das Risiko einer Hitzeerschöpfung und eines Hitzschlags. Zu den Medikamenten, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen, gehören unter anderem Entwässerungstabletten, Beruhigungstabletten und bestimmte Herzmedikamente. Fragen Sie den Hausarzt, ob die Medikamentendosis oder der Verabreichungszeitpunkt angepasst werden sollten.
  • Die Ernährung sollte an die hohen Temperaturen angepasst werden. Beispielsweise bieten sich Wassermelonen, Apfelmus, Joghurt, Buttermilch und andere flüssigkeitsreiche, erfrischende und wenig gesüßte Speisen an. Als Hauptspeise sind leichte Gerichte wie Gemüse oder Fisch sinnvoll.
  • Räume sollten ausreichend belüftet oder gekühlt werden. Vermeiden Sie aber Zugluft. Es kann hilfreich sein, die Räume tagsüber mit Rolläden oder Vorhängen abzudunkeln.
  • Gegen Schwitzen können Sie luftdurchlässige Kleidung, leichte Bettwäsche, ein Laken als Zudecke und so wenige Kissen wie möglich verwenden. Das Kopfkissen sollte mit einem schweißsaugenden Frotteehandtuch bedeckt und häufig gewechselt werden.
  • Kalte Fußbäder oder kühle Kompressen auf der Stirn können gegen Überhitzung helfen. Auch Abreibungen mit einem lauwarmen oder leicht kühlen Waschlappen bieten sich an.
  • Bei großer Hitze sollte die Körpertemperatur des pflegebedürftigen Menschen mehrmals täglich kontrolliert werden. Bei Fieber muss die Flüssigkeitszufuhr erhöht werden: z. B. täglich mindestens 500 ml, wenn die Körpertemperatur von 37 auf 38 Grad steigt.
  • Sind Lippen und Mundschleimhaut trocken und kann der Pflegebedürftige kaum trinken, sollten sie regelmäßig mit einem feuchten Waschlappen befeuchtet werden. Angehörige sollten sich dann aber auch die korrekte Mundpflege von einer ausgebildeten Pflegekraft zeigen lassen.
  • Symptome wie Kreislaufschwäche, Benommenheit, Erbrechen, Unruhe oder Verwirrtheit können auf eine Überhitzung und erheblichen Flüssigkeitsmangel hinweisen. Verständigen Sie dann umgehend den Haus- oder ein Notarzt! Verständigen Sie den Arzt auch dann, wenn die Person kaum oder keine Flüssigkeit zu sich nimmt. Es kann sein, dass der Arzt eine Infusion zur Flüssigkeitsregulierung anlegt.

Sonntag, 13. August 2017

Datenbank des Freistaates Sachsen zu Angeboten rund um Pflege und Unterstützung

Alle Informationen auf einen Klick


Hier geht es zur Datenbank

Die Pflegedatenbank des Freistaates Sachsen bündelt für Sachsen an einer zentralen Stelle alle Angebote rund um die Pflege und Unterstützung im Alltag. Das Informationsportal hält für alle Bürger sachsenweit detaillierte Informationen sowie Adressen und konkrete Angebote vor.

„Ob altengerechtes Wohnen, ambulante oder stationäre Pflege oder Angaben zu Beratungsstellen und weiteren Dienstleistern – unsere Datenbank ist hierfür eine zuverlässige Informationsquelle. Wir setzen in Sachsen bewusst auf eine vernetzte Pflegestruktur. Mit unserer Datenbank haben wir dafür ein bundesweit einzigartiges Portal entwickelt“, erklärte die Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch.

Die neu aufgesetzte Datenbank unter www.pflege.sachsen.de vernetzt die Angebote von ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen ebenso wie Informationen zu nachbarschaftlichen und ehrenamtlichen Pflege-, Hilfs- und Sorgeleistungen. Das Ziel ist eine umfassende, nutzer- und verbraucherfreundliche Darstellung der Leistungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige aus einer Hand.

Mit der Überarbeitung der Pflegedatenbank baut der Freistaat Sachsen gemeinsam, insbesondere zusammen mit den Pflegekassen, Landkreisen und Kreisfreien Städten die Versorgungsstrukturen und Beratungsangebote weiter aus.

„Der Freistaat Sachsen hat sich gemeinsam mit den Pflegekassen, den Landkreisen und Kreisfreien Städten bewusst für die vernetzte Pflegeberatung entschieden. Diesen Weg werden wir weiter verfolgen. Unsere neue Pflegedatenbank ist dafür ein wichtiger Baustein“, betonte Staatsministerin Klepsch.

Für die sächsischen Kommunen ist die Datenbank zudem ein wichtiges Planungsinstrument. „Die Landkreise und kreisfreien Städte begrüßen die neue Pflegedatenbank und insbesondere das Modul Sozialplanung. In diesem Modul fließen alle statistischen Informationen zur Bevölkerung und zur Pflege zusammen. Auch das ist vernetzte Pflegepolitik“, sagt die Dresdner Sozialbürgermeisterin, Dr. Kristin Klaudia Kaufmann, als Vertreterin der kommunalen Spitzenverbände.

Gespeist wird die Datenbank mit aktuellen Informationen des Statistischen Landesamts und der größten Pflegekasse Sachsens, der AOK PLUS. Frau Claudia Schöne sagt hierzu: „Wir waren 2009 an der Gründung des PflegeNetzes Sachsen aktiv beteiligt. Seitdem unterstützen wir als mitgliederstärkste Pflegekasse den Freistaat Sachsen regelmäßig und gern auch bei der Weiterentwicklung der Pflegedatenbank. Diesen partnerschaftlichen sächsischen Weg der vernetzten Pflegeberatung wollen wir gemeinsam mit allen Beteiligten erfolgreich weiter gehen.“

Die Datenbank ist sehr gut zugänglich und hat deshalb ein entsprechendes BIKOSAX-Gütesiegel zur Bewertung von barrierefreien Internet- und Intranet-Angeboten von der Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) erhalten.
Die Pflegedatenbank finden Sie unter www.pflege.sachsen.de.

Donnerstag, 10. August 2017

Medikament vergessen: So verhalten Sie sich richtig

Können Sie sich einmal nicht erinnern, ob Sie Ihr Medikament schon eingenommen haben? Hier gibt es praktische Tipps.



Können sich Typ-2-Diabetiker mal nicht erinnern, ob sie ihr Medikament schon genommen haben oder nicht, gilt: auf keinen Fall riskieren, eine zweite Diabetes-Pille zu nehmen. 

"Wer die doppelte Dosis eines zuckersenkenden Mittels schluckt, geht ein hohes Risiko ein, zu unterzuckern", warnt Hausärztin und Diabetologin Dr. Franziska Busse-Voigt aus Merseburg (Sachsen-Anhalt) im Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber". Besser ist es, kurzzeitig erhöhte Werte in Kauf zu nehmen und zur vorgesehenen Zeit wieder die vom Arzt verschriebene Dosis Tabletten zu nehmen. 

Das gilt genauso für andere Mittel wie Bluthochdruck- oder Cholesterinsenker. 

Auch wer nicht weiß, ob er bereits Insulin gespritzt hat, sollte laut Busse-Voigt nicht riskieren, die doppelte Insulindosis zuzuführen. Wichtig ist dann: die Werte im Auge behalten, öfter messen und nicht panisch überkorrigieren - das könnte alles durcheinanderbringen. Vielmehr sollte man bei starkem Zuckeranstieg nur vorsichtig korrigieren und den Wert mit dem nächsten Mahlzeiteninsulin wieder ins Lot bringen. 

Praktische Tipps, mit welchen Strategien sich eine regelmäßige Einnahme der Medikamente sicherstellen lässt, finden Leser im aktuellen "Diabetes Ratgeber". 

Quelle: Das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" 8/2017

Das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" 8/2017 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Dienstag, 8. August 2017

"Apothekenfinder 22 8 33" hilft überall bei Suche nach Nacht- und Notdienst

Urlaub in Deutschland


Foto: abda.de


Ob auf „Balkonien“, bei Verwandten oder im Hotel – beim Sommerurlaub in Deutschland lässt sich die nächstgelegene Notdienstapotheke schnell und unkompliziert mit dem „Apothekenfinder 22 8 33“ lokalisieren. 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Nutzung dieses bundesweiten Angebots der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände


Die kostenfreie App für Smartphones gehört ebenso zum breiten Angebot von Suchoptionen wie die mobile Webseite www.apothekenfinder.mobi für Handys. 

Per Mobiltelefon kann man bundesweit ohne Vorwahl die 22 8 33 anrufen oder eine SMS mit der Postleitzahl des aktuellen Aufenthaltsortes schicken (69 Cent pro Minute/SMS). 

Von zu Hause aus können Patienten kostenfrei die Festnetznummer 0800 00 22 8 33 wählen oder über das Gesundheitsportal www.aponet.de auf die Suche zugreifen.

Die Kontaktdaten der nächstgelegenen Notdienstapotheken hängen aber auch im Schaufenster jeder Apotheke aus und werden in vielen Zeitungen im Service- oder Lokalteil abgedruckt. 

Der Nacht- und Notdienst der bundesweit 20.000 Apotheken ist eine der wichtigsten Gemeinwohlpflichten der Apotheker und garantiert eine flächendeckende Arzneimittelversorgung rund um die Uhr im gesamten Bundesgebiet. 

Etwa 1.300 Apotheken versorgen jede Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen jeweils gut 20.000 Patienten. Pro Jahr werden somit knapp 500.000 Notdienste geleistet. Besonders Eltern mit kleinen Kindern lösen häufig Rezepte von Kinderärzten im Notdienst ein. Aber auch Arzneimittel aus dem Bereich der Selbstmedikation werden häufig im Nachtdienst in Anspruch genommen.

Montag, 7. August 2017

Entlastungsbetrag: Pflegebedürftige schöpfen Leistungen nicht aus

Pro Kalenderjahr bis zu 1.500 Euro Entlastungsbetrag



Pflegebedürftige in häuslicher Pflege mit einem Pflegegrad von 1 bis 5 haben zusätzlich zu ihren Pflegeleistungen Anspruch auf einen zweckgebundenen Betrag in Höhe von 125 Euro pro Monat. Dennoch hat im laufenden Jahr 2017 nur rund die Hälfte der zu Hause lebenden pflegebedürftigen Menschen in Sachsen und Thüringen diesen Entlastungsbetrag beantragt. "Wir wollen die Pflegebedürftigen ermutigen, diese Leistung verstärkt in Anspruch zu nehmen", betont Hannelore Strobel, Pressesprecherin der AOK PLUS. "Denn mit diesem Entlastungsbetrag unterstützen wir ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause auch bei pflegebedürftigen Menschen. Das soziale Leben ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Lebensqualität." 

Mit diesem Entlastungsbetrag lassen sich verschiedene Leistungen aus dem Pflegebereich wahrnehmen, die ein selbst bestimmtes Leben zu Hause unterstützen, ohne dass dafür zusätzliche Kosten entstehen. Der Entlastungsbetrag kann für Angebote im Alltag genutzt werden, z. B. zum Einkaufen, Wäsche waschen aber auch für Botengänge bis hin zur Begleitung zur Selbsthilfegruppe oder zum wöchentlichen Kaffee-Treff. Auch können Fahrt- und Transportkosten, die im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege entstehen, durch die AOK PLUS erstattet werden. Die Entlastungsangebote können durch nach Landesrecht anerkannte Leistungsanbieter und ambulante Pflegedienste erbracht werden. 

Insgesamt können Versicherte pro Kalenderjahr die Erstattung von bis zu 1.500 Euro beantragen. Nicht verwendete Entlastungsbeträge können angespart und in die erste Hälfte des Folgejahres übertragen werden. 

Um die individuellen Ansprüche jedes Versicherten zu prüfen, können diese sich bei der AOK PLUS in den Filialen, durch einen ausgebildeten AOK-Pflegeberater oder über die kostenlose AOK PLUS-Service-Hotline 0800 1059000 beraten lassen.

Samstag, 29. Juli 2017

Umgebung von Demenz-Patienten behutsam ändern

Jede Veränderung ist für Demenzkranke schwierig




Planen Angehörige eines Menschen mit Demenz räumliche Anpassungen in dessen Wohnung, sollten sie behutsam vorgehen. Darauf weist Dr. Christoph Held, Heimarzt und Gerontopsychiater beim Geriatrischen Dienst der Stadt Zürich, im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" hin. 

Denn jede Veränderung ist für Demenzkranke schwierig, kann eventuell ihren Zustand verschlechtern. Daher gilt für Neuerungen: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. 

Vor allem sollten Hindernisse und Stolperfallen in den Wohnräumen beseitigt werden, denn oft geht Demenz mit motorischen Problemen einher. 

Gute Beleuchtung ist ebenfalls wichtig. "Generell sind bei der Einrichtung ruhige Farbtöne zu bevorzugen und Muster zu vermeiden", sagt Held. Diese verwirrten Demenzkranke. 

Den Betroffenen kommt es entgegen, wenn man ihnen Entscheidungen abnimmt. Deshalb sollte zum Beispiel im Schrank nur eine Kleidersorte pro Fach liegen - in einer überschaubaren Menge. "Schranktüren am besten aushängen oder weglassen. So sieht der Betroffene, was dahinter ist, und muss nicht ständig nachschauen, um sich zu erinnern oder zu vergewissern", erklärt Held. Dies gilt auch für Küchenregale. 

Weitere Tipps, wie sich die Wohnumgebung den Bedürfnissen des Erkrankten anpassen lässt, sind in der aktuellen "Apotheken Umschau" zu finden. 

Quelle: Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau

Die Ausagbe 7/2017 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Freitag, 28. Juli 2017

Wenn Angehörige Urlaub von der Pflege brauchen

Für pflegende und pflegebedürftige Angehörige, die ihren Urlaub gemeinsam verbringen möchten, stehen zunehmend spezialisierte Urlaubsangebote zur Verfügung

Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP): Für pflegende Angehörige gibt es verschiedene Entlastungs- und sogar spezielle Urlaubsangebote. Dazu und zu möglichen finanziellen Zuschüssen sollten sich Angehörige professionell beraten lassen.
Sommerzeit ist Urlaubszeit. Doch viele der etwa 4,7 Millionen pflegenden Angehörigen in Deutschland wissen nicht, wie sie ihre Pflegeaufgabe und Erholungsbedürfnisse miteinander vereinbaren sollen. Grundsätzlich gilt: Nur wer gut für sich selbst sorgt, hat langfristig die Kraft, auch für andere gut zu sorgen. Pflegende Angehörige sollten daher ganz offen vermitteln, dass sie die Auszeit zur Regeneration benötigen, um neue Kraft zu tanken und so die Pflege anschließend weiter leisten zu können. Ob Entlastungspflege oder Urlaubsreisen – pflegende Angehörige haben verschiedene Optionen.

Für pflegende und pflegebedürftige Angehörige, die ihren Urlaub gemeinsam verbringen möchten, stehen zunehmend spezialisierte Urlaubsangebote zur Verfügung. Bei der Suche nach einem passenden Angebot können gemeinnützige Reiseberater helfen. Denn einige Pensionen, Ferienanlagen sowie Pflegehotels sind auf diese Art der „Pflegeferien“ spezialisiert. Die Pflege kann dann am Urlaubsort entweder vollständig oder teilweise abgegeben werden. „So können Pflegende Freizeitaktivitäten genießen und gleichzeitig im Blick haben, wie es ihrem Angehörigen geht. Es bietet sich Freiraum und trotzdem können schöne Erlebnisse geteilt werden“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.

Manche Angebote sind zudem auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zugeschnitten


Viele Pflegeberatungsstellen und teilweise auch Betroffenenverbände informieren, wie sich ein passender Urlaub realisieren lässt und welche Kosten von der Pflegeversicherung übernommen werden.

Ist ein gemeinsamer Urlaub nicht möglich, stellt sich für den Angehörigen oftmals die Frage, wer die Pflege in der Zeit übernimmt. Dafür sieht die Pflegeversicherung zwei Möglichkeiten vor: die Verhinderungs- und die Kurzzeitpflege. Wenn Pflegebedürftige weiterhin zu Hause gepflegt werden wollen, kann die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Die Pflege wird dann durch eine andere Person übernommen. Wird diese etwa von einem ambulanten Pflegedienst oder dem Nachbarn geleistet, beläuft sich die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung auf bis zu 1.612 Euro – für sechs Wochen pro Kalenderjahr. Voraussetzung: Der Pflegebedürftige hat einen der Pflegerade 2 bis 5 erreicht. Zudem muss der Pflegebedürftige zuvor mindestens sechs Monate zu Hause gepflegt worden sein.

Oftmals springen Kinder, Schwiegerkinder, Enkel oder Personen ein, die mit im Haushalt des Pflegebedürftigen wohnen. Dann richtet sich die Leistung nach der Höhe des Pflegegelds. Sie können teilweise auch anfallende Kosten geltend machen. Dazu zählen Fahrtkosten oder Verdienstausfall. Entsprechende Belege sollten gesammelt und die Kostenübernahme bei der gesetzlichen Pflegekasse oder der privaten Pflegeversicherung beantragt werden. Der Höchstbetrag darf insgesamt 1.612 Euro nicht überschreiten.

Verhinderungspflege kann auch stundenweise in Anspruch genommen werden. Besonders bei der Betreuung von Menschen mit Demenz kann dies hilfreich sein, wenn Angehörige einmal beruhigt das Haus verlassen wollen.

„Wichtig ist auf jeden Fall, den Pflegebedürftigen möglichst weitgehend in alle Entscheidungen, die ihn betreffen, einzubeziehen. Was sind dessen Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf die Pflegevertretung? Welche Sorgen gibt es, welche Ängste?“, so Suhr.

Zu den Möglichkeiten und finanziellen Zuschüssen im Einzelfall sollten sich pflegende Angehörige professionell beraten lassen. Sie haben einen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung; diese kann teilweise auf Wunsch auch zu Hause stattfinden. Damit die Suche nach einer Beratung leichter fällt, bietet das ZQP unter www.zqp.de/beratungsdatenbank eine deutschlandweite Übersicht mit mehr als 4.500 nicht-kommerziellen Beratungsangeboten zur Pflege an.

Weitere Informationen zur Urlaubsvertretung


Alternativ zur Verhinderungspflege besteht auch die Möglichkeit, den Pflegebedürftigen in einer Pflegeeinrichtung mit Kurzzeitpflege-Angebot unterzubringen. Allerdings ist das Angebot in Deutschland regional unterschiedlich gut ausgeprägt. 

Der Antrag auf Kurzzeitpflege kann bei der gesetzlichen Pflegekasse oder der privaten Pflegeversicherung gestellt werden. Wird diese bewilligt, werden die Kosten bis zu 1.612 Euro für maximal acht Wochen im Jahr – u. a. für pflegebedingte Aufwendungen oder soziale Betreuung – übernommen. 

Generell gilt: Anspruch auf eine Kurzzeitpflege haben alle Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2. Das Pflegegeld wird während der Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen zu 50 Prozent weiterbezahlt. Allerdings: Die Kosten – zum Beispiel für Unterkunft und Verpflegung – die während der Kurzzeitpflege in der Einrichtung entstehen, muss der Pflegebedürftige, soweit er das kann, selbst tragen. 

Es gibt noch weitere flexible Möglichkeiten, Entlastungsangebote zu finanzieren. Zum Beispiel durch Verschieben von Mitteln aus der Kurzzeitpflege in die Verhinderungspflege und der Kombination von Kurzzeit- mit Verhinderungspflege. 

Personen im Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Kurzzeitpflege. Hier besteht die Möglichkeit, entsprechende Leistungen aus dem sogenannten Entlastungsbetrag von monatlich bis zu 125 Euro – der auch aufgespart werden kann – teilweise zu finanzieren.

Dienstag, 25. Juli 2017

Seniorengerechtes Wohnen

So rüsten Sie Ihre vier Wände rechtzeitig für das Alter


Foto: "obs/Wort & Bild Verlag - HausArzt - PatientenMagazin"
Wer im Alter möglichst lange zu Hause wohnen möchte, sollte rechtzeitig vorsorgen. "Überlegen Sie am besten noch, solange Sie gesund und mobil sind, welche Bereiche Sie in Ihrem Zuhause seniorengerecht gestaltet wollen", rät Diplom-Pflegewirtin Sandra Strothmann aus Peißenberg im Patientenmagazin "HausArzt". 

Der beste Zeitpunkt ist, wenn man ohnehin eine Renovierung plant


Besonders wichtig sind Bad und WC: "Das schönste Badezimmer kann plötzlich nicht mehr zweckmäßig sein, wenn ein Pflegefall eintritt", warnt Strothmann. Neben einem rutschfesten Boden erleichtert eine ebenerdige Dusche die tägliche Körperhygiene. Ein Duschhocker, der sich aus der Wand klappen lässt, und Haltegriffe sorgen für Sicherheit. 

Für Badewannen gibt es Einstiegshilfen und Wannenlifte, angeboten werden auch Modelle mit einer Tür. 

Besonders für Rollstuhlfahrer ist ein höhenverstellbares und unterfahrbares Waschbecken praktisch.

Eine Toilette und ein Bidet kann man in etwas höherer Position einbauen lassen, das erleichtert das Hinsetzen und Aufstehen. Auch hier an Haltegriffe denken. 

Tipps für weitere Räume und die Finanzierung der Umbaumaßnahmen hat das Patientenmagazin "HausArzt" in seinem aktuellen Heft zusammengestellt. 

Quelle: Das Patientenmagazin "HausArzt" 

"HausArzt" gibt der Deutsche Hausärzteverband in Kooperation mit dem Wort & Bild Verlag heraus. Die Ausgabe 3/2017 wird bundesweit in Hausarztpraxen an Patienten abgegeben.

Freitag, 21. Juli 2017

Die Hälfte der Deutschen fürchtet, im Alter nicht das richtige Pflegeheim zu finden

Bürger verlangen nach mehr Informationen zu Pflegeheimen


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Hat mein zukünftiges Pflegeheim genug Personal? Passt die Ausstattung zu meinen Bedürfnissen? Ermöglicht es mir als Pflegebedürftigem eine gute Lebensqualität? Jeder zweite Deutsche hat das Gefühl, diese Fragen nicht sicher beantworten zu können. 90 Prozent der Deutschen verlangen aus diesem Grund mehr Informationen über Pflegeeinrichtungen. Die Bertelsmann Stiftung macht einen Vorschlag, wie das funktionieren könnte.

Der sogenannte Pflege-TÜV mit den "Pflegenoten" liefert momentan keine ausreichenden Informationen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Jeder zweite Deutsche fürchtet, im Alter nicht das passende Pflegeheim oder den passenden Pflegedienst zu finden. Das zeigt eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid durchgeführt hat. Der vom Gesetzgeber einberufene Qualitätsausschuss sollte an diesem Informationsmissstand bis Ende des Jahres etwas ändern. 

"Das Gremium, das aus Vertretern der Pflegekassen und -anbieter besteht, hat bereits angekündigt, die Frist nicht einzuhalten. Das geht zulasten der Ratsuchenden. Schon heute wäre es ohne großen Aufwand möglich, entscheidungsrelevante Informationen bereitzustellen", sagt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung.


Sorge vor zu wenig Pflege-Personal


55 Prozent der Deutschen sehen bei Pflegeheimen und -diensten starke Qualitätsunterschiede. Nahezu zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) befürchten besonders, dass es in den Einrichtungen zu wenig Personal gibt. Unter denjenigen, die bereits nach Pflegemöglichkeiten gesucht haben – immerhin jeder Dritte über 50 Jahren – ist diese Sorge noch ausgeprägter: Hier schätzen 73 Prozent die Anzahl des Personals in Pflegeheimen als "eher schlecht" oder "sehr schlecht" ein. Dabei steht insbesondere für diese erfahrenen Pflegeheimsuchenden die Personalsituation auf Platz zwei der wichtigsten Auswahlkriterien – gleich hinter der Qualität der Pflege.


Bürger verlangen nach mehr Informationen zu Pflegeheimen


Neun von zehn Befragten verlangen Daten zum Personaleinsatz (88 Prozent), der Pflegequalität (94 Prozent) und der Ausstattung von Pflegeheimen (92 Prozent). Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, unterstützt diesen Informationsanspruch: "Pflegebedürftige und ihre Familien sollten alle nötigen Informationen erhalten, um sich für den passenden Anbieter entscheiden zu können."


Qualitätsausschuss und Politik verantworten zukünftige Entwicklung


In der Verantwortung für die zukünftige Entwicklung stehen die Verbände der Pflegekassen und -anbieter sowie die neue Bundesregierung. "Der vom Gesetzgeber einberufene Qualitätsausschuss sollte sich nicht nur auf die Pflegequalität konzentrieren, sondern auch Angaben zum Personaleinsatz und zu auswahlrelevanten Einrichtungsmerkmalen in die neue Qualitätsberichterstattung einbeziehen", sagt Etgeton.


Ein Konzept für einen hilfreichen Pflege-TÜV


Wie ein Angebot aussehen könnte, das bei der Suche nach dem richtigen Pflegeanbieter alle nötigen Informationen transparent macht, hat die Weisse Liste, ein Projekt der Bertelsmann Stiftung, zusammen mit Experten aus Wissenschaft und Betroffenenverbänden in einem Reformkonzept erarbeitet. Die Weisse Liste schlägt ein Bewertungssystem für Pflegeeinrichtungen vor, in dem Informationen zur gesundheitsbezogenen Pflegequalität, Angaben zum Personaleinsatz und zu Einrichtungsmerkmalen aufgenommen werden, die für die Lebensqualität der Pflegebedürftigen von Bedeutung sein können. Sechs zentrale Reformvorschläge stehen dabei im Mittelpunkt:

Freitag, 14. Juli 2017

Nummer für ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 kaum bekannt

Im medizinischen Ernstfall wählen die Deutschen meist die 112



Wer in Deutschland medizinische Hilfe braucht, würde in den häufigsten Fällen die 112 wählen. 

Wie eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau" herausfand, wenden sich drei Viertel der Frauen und Männer (77,9 %) im Ernstfall an diese Notrufnummer. Jeder Vierte (27,0 %) würde die 110 wählen. 

Kaum im Bewusstsein scheint die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 zu sein (5,4 %). Diese deutschlandweit einheitliche und kostenlose Rufnummer wurde im April 2012 eingeführt. 

Man erreicht durch sie niedergelassene Ärzte, die Patienten in dringenden medizinischen Fällen ambulant behandeln - egal ob nachts, an Wochenenden oder Feiertagen. 

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau", durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.012 Frauen und Männern ab 14 Jahren.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Urlaub von der Pflege

Die wichtigsten Fragen für pflegende Angehörige



Wenn jemand einen Angehörigen zuhause pflegt, stellt sich im Sommer vielleicht die Frage nach Urlaub. Wie geht man dann vor? Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) beantwortet die wichtigsten Fragen.
1. Wo gibt es Hilfe, wenn man den Pflegebedürftigen in den Urlaub mitnehmen möchte?

Urlaubsangebote für Pflegende und deren pflegebedürftige Angehörige nehmen zu. Mittlerweile gibt es auch gemeinnützige Reisevermittler, die helfen können, ein passendes Angebot zu finden. Einige Pensionen, Ferienanlagen sowie Pflegehotels sind auf diese Art der „Pflegeferien“ spezialisiert. Die Pflege kann dann am Urlaubsort entweder vollständig oder teilweise abgegeben werden. So können Pflegepersonen beispielsweise Freizeitaktivitäten oder ein Wellnessangebot genießen und gleichzeitig im Blick haben, wie es ihrem Angehörigen geht – so bietet sich Freiraum und trotzdem können schöne Erlebnisse geteilt werden. Manche Angebote sind zudem auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zugeschnitten.

Viele Pflegeberatungsstellen und teilweise auch Betroffenenverbände informieren, wie sich ein passender Urlaub realisieren lässt und welche Kosten im Rahmen eines solchen Urlaubs von der Pflegeversicherung übernommen werden.


2. Und wenn ein gemeinsamer Urlaub nicht möglich ist oder man das nicht möchte – wie vermittelt man das seinen Angehörigen schonend?
Grundsätzlich gilt: Nur wer gut für sich selbst sorgt, hat langfristig die Kraft, auch für andere gut zu sorgen. Pflegende Angehörige sollten daher ganz offen vermitteln, dass sie die Auszeit zur Regeneration benötigen, um neue Kraft zu tanken und so die Pflege anschließend weiter leisten zu können. Wichtig ist darüber hinaus auf jeden Fall, den Pflegebedürftigen möglichst weitgehend in alle Entscheidungen, die ihn betreffen, einzubeziehen. Was sind dessen Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf die Pflegevertretung? Welche Sorgen gibt es, welche Ängste? Manchmal bestehen vielleicht Befürchtungen, aus der Kurzzeitpflege nicht mehr nach Hause zurückkehren zu können. Wenn sich das Thema als besonders schwierig erweist, kann es helfen, jemanden als Vermittler hinzuzuziehen – zum Beispiel eine nahestehende Person, ein vertraute Pflegekraft oder einen Pflegeberater.

3. Wer versorgt während der Pflege-Auszeit meinen pflegebedürftigen Angehörigen?

Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Arten der Entlastungspflege, um Auszeiten von der Pflege zu erleichtern: die Verhinderungs- und die Kurzzeitpflege. Die Verhinderungspflege soll vor allem ermöglichen, dass die Pflege zu Hause von einer Vertretung sichergestellt wird, wenn die Hauptpflegeperson nicht zur Verfügung steht. 

Bei der Kurzzeitpflege wird die Pflege für einen begrenzten Zeitraum in einer stationären Einrichtung übernommen. Zu den Möglichkeiten und den finanziellen Zuschüssen im Einzelfall sollten sich pflegende Angehörige professionell beraten lassen. Sie haben einen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung; diese kann teilweise auf Wunsch auch zu Hause stattfinden. 

Damit die Suche nach einer Beratung leichter fällt, bietet das ZQP unter www.zqp.de/beratungsdatenbank eine deutschlandweite Übersicht mit mehr als 4.500 nicht-kommerziellen Beratungsangeboten zur Pflege an.

Überblick Verhinderungspflege:


Wenn Pflegebedürftige während der Auszeit der Hauptpflegeperson weiterhin zu Hause gepflegt werden wollen, kann Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Die Pflege wird dann durch eine andere Person übernommen. 

Wird diese Verhinderungspflege etwa von einem ambulanten Pflegedienst oder dem Nachbarn geleistet, beläuft sich die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung auf bis zu 1.612 Euro – für sechs Wochen pro Kalenderjahr. Voraussetzung: Der Pflegebedürftige hat einen der Pflegerade 2 bis 5 erreicht. Zudem muss der Pflegebedürftige zuvor mindestens sechs Monate zu Hause gepflegt worden sein. Oftmals springen jedoch Kinder, Schwiegerkinder oder Enkel ein. In diesem Fall werden maximal Kosten in 1,5-facher Höhe des Pflegegeldes übernommen.

Wenn solche nahen Angehörigen oder mit dem Pflegebedürftigen in Hausgemeinschaft Lebenden, den Pflegebedürftigen zu Hause versorgen, können sie teilweise auch anfallende Kosten geltend machen. Dazu zählen Fahrtkosten oder Verdienstausfall. Entsprechende Belege sollten gesammelt und die Kostenübernahme bei der gesetzlichen Pflegekasse oder der privaten Pflegeversicherung beantragt werden.

Verhinderungspflege kann auch stundenweise in Anspruch genommen werden. Besonders bei der Betreuung von Menschen mit Demenz kann dies hilfreich sein, wenn Angehörige einmal beruhigt das Haus verlassen wollen.

Überblick Kurzzeitpflege:


Ist die Pflege vorübergehend zu Hause nicht machbar, besteht die Möglichkeit, den Pflegebedürftigen kurzzeitig in einem dafür ausgewiesenen Pflegeheim unterzubringen. Das Angebot an Kurzzeit- und Tagespflegemöglichkeiten ist in Deutschland regional unterschiedlich gut ausgeprägt.

Der Antrag auf Kurzzeitpflege muss bei der gesetzlichen Pflegekasse oder der privaten Pflegeversicherung gestellt werden, bevor diese in Anspruch genommen werden kann. Wird diese bewilligt, werden die Kosten bis zu 1.612 Euro für acht Wochen im Jahr – u. a. für pflegebedingte Aufwendungen oder soziale Betreuung – übernommen. Generell gilt: Anspruch auf eine Kurzzeitpflege haben alle Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2.

Das Pflegegeld wird während der Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen zu 50 Prozent weiterbezahlt. Allerdings: Die Kosten – zum Beispiel für Unterkunft und Verpflegung – die während der Kurzzeitpflege in der Einrichtung entstehen, muss der Pflegebedürftige, soweit er das kann, selbst tragen.

Es gibt noch weitere flexible Möglichkeiten, Entlastungsangebote zu finanzieren. Zum Beispiel durch Verschieben von Mitteln aus der Kurzzeitpflege in die Verhinderungspflege und der Kombination von Kurzzeit- mit Verhinderungspflege.

Personen im Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Kurzzeitpflege. Allerdings besteht hier die Möglichkeit, entsprechende Leistungen aus dem sogenannten Entlastungsbetrag von monatlich bis zu 125 Euro – der auch aufgespart werden kann – teilweise zu finanzieren.

Dienstag, 11. Juli 2017

Verlässliche Blutdruck-Werte

Oberarmgeräte messen in der Regel genauer



Wer regelmäßig selbst seinen Blutdruck messen möchte, sollte sich möglichst ein Oberarmgerät besorgen. Es ist in der Regel genauer als ein Handgelenkgerät, wie der Kardiologe Professor Wolfram Delius aus München im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" erläutert. "Wenn man ein Handgelenkgerät verwendet, sollte man darauf achten, dass man es wirklich in Herzhöhe hält." Bei Herzrhythmusstörungen wie etwa Vorhofflimmern eignet es sich aber nicht. 

Bei der Suche nach einem zuverlässigen Gerät hilft ein Blick auf die Internetseite der Deutschen Hochdruckliga (www.hochdruckliga.de). Dort sind Modelle aufgelistet, denen die Organisation für ihre Messgenauigkeit ein Prüfsiegel verliehen hat. Auf der Liste stehen überwiegend Oberarm-, aber auch zwei Handgelenkgeräte. 

Vor der Blutdruckmessung sollten die Patienten zur Ruhe kommen - und sich zum Beispiel fünf Minuten hinsetzen. Nur dann sind die ermittelten Werte aussagekräftig. Oft zu messen, bringt keinen Zusatznutzen: "Man macht sich da nur verrückt", sagt Delius. 

Quelle: Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau

Sonntag, 9. Juli 2017

Große Ratgeberaktion per Telefon und Chat mit führenden Gesundheitsexperten

Fatale Folgeerkrankungen verhindern oder früh ausbremsen


Foto: djd/Wörwag Pharma/COLOURBOX

Ratgeberaktion: Gesundheitsexperten beantworten Fragen zum Thema Typ-2-Diabetes

Donnerstag, 07.09.2017

Am Telefon: kostenfreie Rufnummer 0800 - 000 77 32 von 10 bis 16 Uhr

Im Chat: www.experten-im-chat.de von 16 bis 17 Uhr
Fragen stellen schon vorher möglich 


Auch die Augen können unter einem erhöhten Blutzuckerspiegel leiden - schlimmstenfalls ist eine Erblindung die Folge.

"Ach, das bisschen Zucker...", denkt man häufig, denn anfangs erscheint ein Diabetes mellitus vielfach tückisch harmlos: Der häufige Typ-2-Diabetes, früher auch als Alters-Zucker bezeichnet, verursacht oftmals keine Beschwerden und macht sich daher im Alltag lange nicht bemerkbar. Dennoch können sich schwerwiegende Folgeerkrankungen entwickeln. 

Dazu gehören Nervenschäden, bekannt als diabetische Neuropathie, die etwa jeden dritten Patienten betreffen. Der überschüssige Zucker im Blut kann auch die Blutgefäße schädigen, darunter leiden dann Organe wie Nieren oder Augen. Das kann schlimmstenfalls bis zur Erblindung führen oder dazu, dass die Nieren keine Schadstoffe mehr aus dem Blut filtern. "Ein Drittel der Deutschen, die eine Blutwäsche (Dialyse) benötigen, sind Diabetiker", erklärt Professor Hilmar Stracke und ergänzt: "Menschen mit Diabetes gehören darüber hinaus zu den Risikogruppen für Herzerkrankungen." Dazu heißt es im Deutschen Diabetesbericht 2017: Das kardiovaskuläre Risiko bei Diabetes ist zwei- bis vierfach, bei Frauen bis sechsfach erhöht. 

Vorbeugen und früh erkennen


Diabetes-Folgeerkrankungen fallen häufig erst auf, wenn sie weit fortgeschritten sind. Experten wie Dr. Alin Stirban betonen deshalb, wie wichtig es ist, als Patient wachsam zu sein und regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen zum Arzt zu gehen: "Je eher der erhöhte Blutzuckerspiegel in einen möglichst normalen Bereich gebracht wird, umso besser können Folgeerkrankungen verhindert werden." Sind schon die ersten Schäden entstanden, dann gilt es, frühzeitig deren Voranschreiten und Folgekomplikationen zu verhindern. 

Nervenschäden machen sich meist durch Empfindungsstörungen in den Füßen bemerkbar. Dr. Helga Zeller-Stefan: "Deshalb sollten Warnsignale einer Neuropathie wie Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheit oder eine nachlassende Sensibilität in den Füßen ernst genommen und dem Arzt mitgeteilt werden." 

Wichtigste Maßnahme, um Folgeerkrankungen entgegenzusteuern und Schäden des erhöhten Blutzuckers zu vermeiden, ist eine möglichst gute Einstellung des Blutzuckers und ggf. auch eines erhöhten Blutdrucks. Der Ausgleich eines Mangels an Vitamin B1 spielt ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Rolle: "Diabetiker sind häufig von einem Mangel an Vitamin B1 betroffen, der Neuropathien und Gefäßschäden fördert", so Prof. Stracke. Das Defizit kann mithilfe einer Vorstufe - dem Benfotiamin - ausgeglichen werden, welche der Körper besser aufnimmt als das Vitamin selbst. Dadurch können auch Symptome der Neuropathie wie Kribbeln, Brennen und Taubheit in den Füßen gelindert werden.

Am Telefon und im Chat sitzen für Sie 

Privatdozent Dr. Alin Stirban, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie in den Sana Arztpraxen, Remscheid.

Prof. Dr. Hilmar Stracke, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Medizinischen Versorgungszentrum MVZ des Evangelischen Krankenhauses Gießen.

Dr. Helga Zeller-Stefan, Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin, Praxis Diabetes Zentrum Essen.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Bundesfinanzhof entscheidet, dass Kinder für die Pflege der Eltern Freibetrag bei der Erbschaftssteuer in Anspruch nehmen können

Bundesfinanzhof stoppt damit die Praxis der Finanzverwaltung, die pflegenden Kindern bisher den Pflegefreibetrag verweigert hatte




Hat ein Kind einen pflegebedürftigen Elternteil zu Lebzeiten gepflegt, ist es berechtigt, nach dem Ableben des Elternteils bei der Erbschaftsteuer den sog. Pflegefreibetrag in Anspruch zu nehmen. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 10. Mai 2017 II R 37/15 entgegen der Verwaltungsauffassung entschieden hat, steht dem die allgemeine Unterhaltspflicht zwischen Personen, die in gerader Linie miteinander verwandt sind, nicht entgegen. 

Im Streitfall war die Klägerin Miterbin ihrer Mutter. Diese war ca. zehn Jahre vor ihrem Tod pflegebedürftig geworden (Pflegestufe III, monatliches Pflegegeld von bis zu 700 €). Die Klägerin hatte ihre Mutter auf eigene Kosten gepflegt. Das Finanzamt (FA) gewährte den Pflegefreibetrag nach § 13 Abs. 1 Nr. 9 des Erbschaftsteuergesetzes (ErbStG) in Höhe von 20.000 € nicht. Das Finanzgericht (FG) gab der hiergegen erhobenen Klage statt. 

Der BFH bestätigte die Vorentscheidung des FG. Der Begriff "Pflege" ist grundsätzlich weit auszulegen und erfasst die regelmäßige und dauerhafte Fürsorge für das körperliche, geistige oder seelische Wohlbefinden einer hilfsbedürftigen Person. Es ist nicht erforderlich, dass der Erblasser pflegebedürftig i.S. des § 14 Abs. 1 des Elften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB XI a.F.) und einer Pflegestufe nach § 15 Abs. 1 Satz 1 SGB XI a.F. zugeordnet war. 

Eine gesetzliche Unterhaltspflicht steht der Gewährung des Pflegefreibetrags nach § 13 Abs. 1 Nr. 9 ErbStG nicht entgegen. Dies folgt aus Wortlaut, Sinn und Zweck sowie der Historie der Vorschrift. Der Wortlaut des § 13 Abs. 1 Nr. 9 ErbStG schließt gesetzlich Unterhaltsverpflichtete nicht von der Anwendung der Vorschrift aus. Weder aus der gesetzlichen Unterhaltspflicht nach §§ 1601 ff., § 1589 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) noch aus der Verpflichtung zu Beistand und Rücksicht zwischen Kindern und Eltern nach § 1618a BGB folgt eine generelle gesetzliche Verpflichtung zur persönlichen Pflege. Damit entspricht die Gewährung des Pflegefreibetrags auch für gesetzlich Unterhaltsverpflichtete dem Sinn und Zweck der Vorschrift, ein freiwilliges Opfer der pflegenden Person zu honorieren. Zudem wird der generellen Intention des Gesetzgebers Rechnung getragen, die steuerliche Berücksichtigung von Pflegeleistungen zu verbessern. Da Pflegeleistungen üblicherweise innerhalb der Familie, insbesondere zwischen Kindern und Eltern erbracht werden, liefe die Freibetragsregelung bei Ausschluss dieses Personenkreises nahezu leer. 

Die Höhe des Freibetrags bestimmt sich nach den Umständen des Einzelfalls. Vergütungssätze von entsprechenden Berufsträgern können als Vergleichsgröße herangezogen werden. Bei Erbringung langjähriger, intensiver und umfassender Pflegeleistungen -wie im Streitfall- kann der Freibetrag auch ohne Einzelnachweis zu gewähren sein. 

Der Entscheidung des BFH kommt im Erbfall wie auch bei Schenkungen große Praxisrelevanz zu. Die Finanzverwaltung hat bislang den Freibetrag nicht gewährt, wenn der Erbe dem Erblasser gegenüber gesetzlich zur Pflege oder zum Unterhalt verpflichtet war (Erbschaftsteuer-Richtlinien 2011 R E 13.5 Abs. 1 Satz 2). Auf dieser Grundlage hatte das FA die Gewährung des Freibetrags auch im Streitfall verwehrt. Dem ist der BFH entgegengetreten. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass der Erbe den Pflegefreibetrag nach dem Urteil des BFH auch dann in Anspruch nehmen kann, wenn der Erblasser zwar pflegebedürftig, aber z.B. aufgrund eigenen Vermögens im Einzelfall nicht unterhaltsberechtigt war.

Samstag, 1. Juli 2017

Erstberatung bei Inkontinenz: Zur Scham kommt oft noch schlechte Beratung

Beratung ist laut Stiftung Warentest oft nur ausreichend bis mangelhaft



Kein schönes Thema, etwa beim Lachen, Heben oder Husten Harn nicht halten zu können. Kaum einer spricht darüber, es ist kein Medienthema, aber ein wichtiges. Bis zu 9 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen und brauchen nicht nur Inkontinenz-Produkte, um sicher durch den Tag zu kommen, sondern vor allem eine gute Beratung, damit sie gut versorgt werden. Und die, sagt die Stiftung Warentest nach einem großen Praxistest, ist meistens nur ausreichend oder sogar mangelhaft.

„Viele der Versorger im Test beraten schlecht. Patienten können aber selbst etwas tun, passende Inkontinenzprodukte zu bekommen“, sagt Projektleiter Dr. Gunnar Schwan, der für die Stiftung Warentest die Untersuchung geleitet hat. Getestet wurden telefonische Beratungen von Homecare-Unternehmen (Hersteller oder Händler von Inkontinenzprodukten) sowie persönliche Beratungen vor Ort bei exemplarisch ausgewählten Sanitätshäusern und Apotheken im Ruhrgebiet.

Sieben geschulte Testpersonen haben sich unter teilweise fragwürdigen Bedingungen insgesamt 140 Mal beraten lassen. Dabei fanden fast alle Gespräche vor Ort so statt, dass andere mithören konnten. Insgesamt fiel auf, dass wichtige Fragen oft gar nicht erst gestellt und Musterprodukte teilweise unbeschriftet und unhygienisch mitgegeben oder geschickt wurden.

Nur drei Homecare-Unternehmen liegen mit befriedigenden Noten vorn, die restlichen Anbieter waren ausreichend oder mangelhaft. Da hilft nur, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, sich nicht abwimmeln zu lassen und die richtigen Fragen zu stellen. 

Wer mit der Beratung unzufrieden ist, kann sein Glück auch bei einem anderen Versorger versuchen, der mit der jeweiligen Krankenkasse kooperiert. Die Checkliste zum Test kann helfen, zu einem besseren Ergebnis zu kommen.

Der ausführliche Bericht ist ab dem 28. Juni abrufbar unter www.test.de/Inkontinenzberatung und erscheint am 29.06.2017 in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test .

Freitag, 30. Juni 2017

Gewalt im Pflegeheim ist ein relevantes Problem

Sowohl Pflegende als auch Pflegebedürftige können gewaltsam handeln


Hier geht es zur Analyse

Gewalt in der Pflege ist ein brisantes Thema. Sowohl Pflegende als auch Pflegebedürftige können gewaltsam handeln. Vielfach geschieht dies ohne Vorsatz. Dabei können die Folgen für Betroffene gravierend sein. Pflegebedürftige, die sich oft schlecht wehren oder nur schwer mitteilen können, sind besonders verletzlich. Gewalt bedeutet für sie zum Beispiel, dass sie beschimpft oder hart angefasst werden, ihnen dringende Hilfe vorenthalten oder ihr Selbstbestimmungsrecht missachtet wird. Hiervor müssen sie wirksam geschützt werden.

Der Vorstandsvorsitzende des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), Dr. Ralf Suhr, betont daher: „Gewaltprävention ist Grundvoraussetzung für gute Pflege. Umso schwerwiegender, dass dies aktuell bei der Bewertung und Darstellung von Pflegequalität kaum beachtet wird. Die Politik muss sicherstellen, dass sich mit der Reform der Pflegenoten hier etwas grundlegend ändert. Gewaltprävention muss zentraler Punkt der pflegepolitischen Agenda nach der Bundestagswahl sein.“

Um neue Anhaltspunkte zur Bedeutung des Themas in der professionellen Pflege zu gewinnen, hat das ZQP eine repräsentative Befragung dazu in der stationären Pflege durchgeführt. 47 Prozent der Pflegedienstleitungen und Qualitätsbeauftragten gaben dabei an, dass sie „Konflikte, Aggression und Gewalt in der Pflege“ für ein Thema halten, das die stationären Pflegeeinrichtungen vor ganz besondere Herausforderungen stellt.

Nach Einschätzung der Befragten zeigt sich Gewalt professioneller Pflegekräfte gegen Pflegebedürftige am häufigsten in verbalen Übergriffen (oft: 2 %, gelegentlich: 23 %, selten: 55 %), Vernachlässigung (oft: 2 %, gelegentlich: 17 %, selten: 39 %), körperlicher Gewalt (oft: 1 %, gelegentlich: 7 %, selten: 38 %) und freiheitsentziehenden Maßnahmen gegen den Willen des Pflegebedürftigen (oft: 4 %, gelegentlich: 5 %, selten: 25 %).

Ralf Suhr dazu: „Mit unserem Befragungskonzept nehmen wir zwar in Kauf, dass die Studie das Problem sehr wahrscheinlich unterschätzt. Die Ergebnisse verdeutlichen deswegen aber umso mehr, dass Gewalt in der Pflege nicht ignoriert werden darf. Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens, nicht der Skandalisierung. Wer Gewaltprävention ernst nimmt, muss auf die Entstehungsbedingungen wie Überforderung oder Wissensdefizite aktiv Einfluss nehmen.“

Die Studie schaut auch auf die Rahmenbedingungen zur Gewaltprävention in den Einrichtungen. 46 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihren Heimen kein speziell zur Vorbeugung und für den Umgang mit Aggression und Gewalt geschultes Personal gibt. 28 Prozent berichteten, dass Gewaltvorkommnisse nicht in einem Fehlerberichtssystem angegeben werden können. In 20 Prozent der Einrichtungen ist das Thema nicht ausdrücklich Bestandteil des Qualitätsmanagements. Für ganz besonders wichtig für erfolgreiche Gewaltprävention halten die verantwortlichen Pflegekräfte vor allem eine Fehlerkultur in der Einrichtung (74 %), den Einsatz von mehr Pflegepersonal (50 %) aber auch eine bessere fachliche Ausbildung der Pflegekräfte zu den Themen Konflikte, Aggression und Gewalt sowie spezifische Unterstützungsprogramme (je 44 %).

„Viele Einrichtungen leben engagiert vor, dass Gewaltprävention funktioniert. In der Praxis gibt es hierfür gute Ansatzpunkte. Dazu gehört der Einsatz wirksamer Alternativen zu den belastenden und gefährlichen freiheitsentziehenden Maßnahmen. Auch bei der Fehlerkultur und einer gewaltsensiblen Qualitätssicherung gibt es Gestaltungsmöglichkeiten. Einrichtungen, die hierbei erfolgreich sind, müssen stärker belohnt und als vorbildlich hervorgehoben werden“, betont Suhr.

Zum Thema Gewaltprävention in der Pflege hält das ZQP kostenlose Informationsangebote bereit. Dazu gehört der Report „Gewaltprävention in der Pflege“, der per E-Mail an bestellung@zqp.de kostenlos bestellt werden kann. Das ZQP-Portal www.pflege-gewalt.de bietet unter anderem aktuelle Notrufnummern, an die sich jeder in problematischen Pflegesituationen wenden kann.
Methodik
Die Studie wurde als computergestützte Telefonbefragung (CATI) durchgeführt. Befragt wurden Pflegedienstleitungen und Qualitätsbeauftragte in stationären Einrichtungen. Die Stichprobe umfasst 250 Befragte aus 250 verschiedenen Einrichtungen. Die Dienste und Einrichtungen wurden aus einer Liste der Grundgesamtheit per Zufallsauswahl selektiert. Die Befragung wurde in der Zeit vom 26. April bis 18. Mai 2017 durchgeführt. Um Abweichungen von der Grundgesamtheit auszugleichen, die durch differenzielle Nichtteilnahme entstehen, wurde die Stichprobe nach Kombination von Trägerschaft (privat; freigemeinnützig/öffentlich) und Anzahl der betreuten Pflegebedürftigen (bis 50; 51-100; über 100) gewichtet. Hierfür wurde die Pflegestatistik 2015 (Statistisches Bundesamt, 2017) herangezogen. Die Werte der Gewichte reichen von 0,70 bis 2,35. Die statistische Fehlertoleranz der Untersuchung in der Gesamtstichprobe liegt bei +/- 6 Prozentpunkten.
Über das ZQP
Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) ist eine gemeinnützige, unabhängige und bundesweit tätige Stiftung mit Sitz in Berlin. Das ZQP wurde vom PKV-Verband errichtet. Ziel ist die Weiterentwicklung der Pflegequalität für alte, hilfebedürftige Menschen. Als Wissensinstitut für die Pflege richtet die Stiftung ihre Arbeit auf Forschung, Theorie-Praxis-Transfer und öffentliche Aufklärung aus. Einerseits trägt das ZQP zu einer kritischen Bestandsaufnahme der Pflegequalität in Deutschland bei und entwickelt andererseits praxistaugliche Konzepte für eine qualitativ hochwertige, an den individuellen Bedürfnissen pflegebedürftiger Menschen ausgerichtete Versorgung. Die ZQP-Schriftenreihe und ZQP-Online-Produkte sind für die Stiftung zentrale Instrumente des Theorie-Praxis-Transfers. Hierdurch werden Erkenntnisse aus Projekten und Forschungsar-beiten unter anderem an pflegende Angehörige und professionell Pflegende sowie gesellschaftliche Multiplikatoren vermittelt. Die Arbeitsergebnisse des ZQP stehen allen Menschen kostenlos und werbefrei zur Verfügung.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Vergesslichkeit ist nicht gleich Alzheimer

Das im Alter die Gedächtnisleistung abnimmt ist ganz normal


Bildquelle: Nottebrock / Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Im Alter nimmt die Gedächtnisleistung ab. Ältere Menschen brauchen mehr Zeit, um Neues zu lernen oder sich an Altes zu erinnern. Das ist ganz normal und Folge des natürlichen Alterungsprozesses. Trotzdem bereiten diese Entwicklungen Senioren oftmals große Sorgen. Viele haben Angst, an einer Alzheimer-Erkrankung zu leiden. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) klärt über die Unterschiede zwischen der Alzheimer-Krankheit und altersbedingter Vergesslichkeit auf.

Jeder hat Momente, in denen er sich an bestimmte Dinge nicht erinnern kann – beispielsweise wo ein Schlüssel abgelegt wurde. Menschen mit Alzheimer wissen dagegen irgendwann nicht mehr, wofür Schlüssel überhaupt benutzt werden. Vergesslichkeit bedeutet also, sich ein bestimmtes Detail nicht merken zu können, während bei Alzheimer komplette Zusammenhänge oder Abläufe nicht mehr erinnert werden können. 

Veränderungen, die auf eine Alzheimer-Krankheit hinweisen können, sind: Gedächtnislücken, Schwierigkeiten beim Planen und Problemlösen, Probleme mit gewohnten Tätigkeiten, räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme, Wahrnehmungsstörungen, sich neu entwickelnde Sprach- und Schreibschwäche, Verlegen von Gegenständen, eingeschränktes Urteilsvermögen, Verlust von Eigeninitiative, Rückzug aus dem sozialen Leben, Persönlichkeitsveränderungen. 

Selbstdiagnose nicht möglich


Grundsätzlich gilt: Wer sich Sorgen um sein Gedächtnis macht, sollte immer einen Hausarzt aufsuchen. Denn es kann nur im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung festgestellt werden, was die Ursache von Gedächtnisproblemen ist. Eine Selbstdiagnose ist nicht möglich. 

Mehr zu den Symptomen der Alzheimer-Krankheit und zu vielen weiteren Themen rund um die Alzheimer-Krankheit gibt es auf der AFI-Webseite unter www.alzheimer-forschung.de

Dank zahlreicher privater Spender konnte die AFI bisher 750.000 kostenlose Ratgeber und Broschüren an Interessierte und Betroffene versenden. Zusätzlich konnten 201 Forschungsaktivitäten mit über 8,4 Millionen Euro unterstützt werden.

Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Spendenmöglichkeiten.

Mittwoch, 21. Juni 2017

So lange sind Rezepte gültig

Verordnungen haben sehr unterschiedliche Fristen


Foto: Matthias Preisinger / pixelio.de

Die Gültigkeitsfristen von Arztrezepten unterschieden sich zum Teil deutlich voneinander. Wartet ein Patient zu lange damit, eine Verschreibung einzulösen, riskiert er, dass der Apotheker das Medikament nicht mehr aushändigen darf. Darauf weist das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" hin. 

So ist das rosa Kassenrezept im Allgemeinen vier Wochen ab Ausstellungsdatum gültig. Verordnet der Arzt mit diesem Formular eine physiotherapeutische Behandlung, beträgt die Gültigkeit nur 14 Tage, bei Verordnung der Wirkstoffe Isotretinoin oder Alitretinoin lediglich acht Kalendertage. 

Rezepte, die im Rahmen einer Krankenhausentlassung ausgestellt und entsprechend gekennzeichnet werden, können nur drei Tage lang eingelöst werden. Ein blaues Privatrezept - das vor allem privat versicherte Patienten erhalten - ist drei Monate gültig. Gelb sind Rezepte für Betäubungsmittel, deren Abgabe besonders strengen Kontrollen unterliegt. Diese Formulare sind einschließlich des Ausstellungsdatums acht Kalendertage gültig. 

Rezeptfreie Arzneien, die von den gesetzlichen Kassen nicht erstattet werden, notiert der Arzt auf das grüne OTC-Rezept. OTC steht für "over the Counter" (englisch "über die Theke"). Es ist unbegrenzt gültig. Verordnet der Arzt mit diesem Formular rezeptpflichtige Präparate gelten die Vorschriften für Privatrezepte. 

Quelle: Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau"

Dienstag, 20. Juni 2017

Schlechte Durchblutung kann Demenz fördern

Studien zeigen Zusammenhang zwischen Alzheimer und Arteriosklerose


Foto: djd/Telcor-Forschung/auremar-Fotolia
Geistige Aktivität kann Demenz vorbeugen. Aber auch körperliche Fitness und gesunde Gefäße halten das Gehirn in Form.

Mit der zunehmenden Lebenserwartung in den Industrienationen werden Demenzerkrankungen, insbesondere Alzheimer, zu einem immer häufigeren Problem. Bei Betroffenen kommt es zu einer fortschreitenden Degeneration des Gehirns mit dem Absterben von Nervenzellen, was zu Vergesslichkeit, Orientierungsproblemen, Sprachstörungen und auch Veränderungen der Persönlichkeit führt. Demenzpatienten können meist irgendwann den Alltag nicht mehr bewältigen und sind auf ständige Hilfe angewiesen.

Mangeldurchblutung im Gehirn


Die genauen Ursachen von Alzheimer sind noch nicht bekannt, aber es gibt Risikofaktoren, die die Erkrankung begünstigen. Dazu zählen neben Lebensalter und Vererbung auch Bewegungsmangel und niedrige Bildung. Zudem weisen immer mehr wissenschaftliche Studien auf einen starken Zusammenhang zwischen Alzheimer und Arteriosklerose hin. Als Grund wird angenommen, dass die Verengung der Gefäße die Durchblutung des Gehirns verschlechtert. Weitere Untersuchungen zeigten, dass eine Behandlung der Arteriosklerose gleichzeitig auch den Verlauf der Alzheimerkrankheit bremsen kann.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist es sinnvoll, Arteriosklerose frühzeitig vorzubeugen. Dabei spielt unter anderem der Eiweißbaustein Arginin eine entscheidende Rolle. Aus ihm wird ein Botenstoff gebildet, der die Gefäße weitet und Arteriosklerose entgegenwirkt. Arginin ist etwa in Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornreis, Garnelen und Fleisch enthalten. Doch bei erhöhtem Bedarf reicht die mit der Nahrung aufgenommene Menge oft nicht aus. "In meiner Praxis empfehle ich Patienten häufig eine Kombination aus Arginin und B-Vitaminen, wie etwa Telcor Arginin plus aus der Apotheke", sagt Dr. med. Hans-Joachim Christofor, Kardiologe an der Ruhr Universität Bochum. Unter www.telcor.de gibt es weitere Informationen.

Körperlich und geistig aktiv bleiben


Neben einer guten Argininversorgung gibt es noch weitere Maßnahmen, die jeder ergreifen kann, um Hirn und Gefäße fit zu halten: So sollte man regelmäßig körperlich aktiv werden, sich gesund ernähren und Übergewicht vermeiden. Wer nicht raucht, gute soziale Kontakte pflegt und seinen Kopf immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, hat ebenfalls bessere Chancen, Alzheimer zu vermeiden.

Wie viel Arginin braucht der Mensch?


Der menschliche Körper kann Arginin zwar selbst herstellen, aber nicht in ausreichendem Maß. Deshalb muss die Aminosäure regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Bei einem Erwachsenen mit normaler körperlicher Belastung liegt der Tagesbedarf bei etwa fünf Gramm. Durch Erkrankungen wie Arteriosklerose, Diabetes oder Bluthochdruck erhöht sich die benötigte Arginin-Menge jedoch, ebenso durch Stress, Bewegungsmangel und Rauchen. Viele Menschen schaffen es deshalb nicht, ausreichend Arginin über die Nahrung aufzunehmen. Dann kann eine gezielte Einnahme des diätetischen Lebensmittels Telcor Arginin plus (Apotheke) sinnvoll sein.