Dienstag, 25. Februar 2014

Freie Arztwahl auch im Heim

In der Praxis stößt das Prinzip aber häufig an Grenzen

Bildquelle: GG-Berlin / pixelio.de

Bewohner einer stationären Pflegeeinrichtung behalten ihr Recht auf freie Arztwahl. Sie sind nicht verpflichtet, einen vom Heim organisierten ärztlichen Dienst in Anspruch zu nehmen, erklärt die Rechtsanwältin Ulrike Kempchen von der Bundesinteressenvertretung der Heimbewohner (BIVA) im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. 

In der Praxis sei das Prinzip aber häufig nicht einzulösen, denn viele Niedergelassene, besonders Fachärzte, stünden für Heimbesuche nicht zur Verfügung. Die Einrichtung muss aber helfen, den Arztbesuch zu organisieren. Das Personal ist aber nicht verpflichtet, den Patienten zum Arzt zu begleiten. Gute Heime bieten den Service freiwillig an. Darauf sollte man schon bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung achten.  

Dieser Beitrag ist erschienen im Senioren-Ratgeber.

Das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ 2/2014 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Dienstag, 18. Februar 2014

TABU-THEMA „PFLEGE DER ELTERN IM ALTER“

DAS TABU-THEMA „PFLEGE DER ELTERN IM ALTER“ SOLLTEN DIE KINDER ANSPRECHEN


Foto © Dieter Schütz / pixelio.de
Wenn es um die Pflege der Eltern im Alter geht, stecken viele Familien vor diesem Tabuthema den Kopf in den Sand. Darum hat die Professorin für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke (UW/H) mit Studierenden der Mathias-Hochschule in Rheine eine nicht repräsentative Umfrage gestartet: Warum wird nicht über Pflegebedürftigkeit gesprochen und wie kann man das familiäre Schweigen lockern?
Für die Kindergeneration ist die Pflege der Eltern oft schwierig: Eigener Beruf, eigene Kinder, Leben in einer anderen Stadt, für die Pflege ungeeignete Wohnungen – es gibt viele und oft gute Gründe das Thema zu vertagen.
Für die Elterngeneration, so fanden die Studierenden nun im eigenen Umfeld heraus, liegen die Gründe anders: Die Angst vor einer Antwort wie „ich kann dich nicht pflegen“ führt dazu, nicht darüber sprechen zu wollen. 

Wenn es soweit ist, regelt sich das schon


Viele wollen den Kindern „nicht zur Last fallen“, hoffen aber, dass es kurzfristig eine passende Lösung gibt, „wenn es soweit ist, regelt sich das schon“, sagten viele Ältere. „Es ist erstaunlich, dass man bei so wichtigen Lebensentscheidungen vieles dem Zufall überlässt. Normalerweise möchten Menschen ihr Leben selbst bestimmen, dagegen wird jeder größere Kauf umfänglich vorbereitet. 
Pflegebedürftigkeit tritt nur scheinbar plötzlich auf, die meisten Menschen werden in diese Situation im Alter kommen. Oft beginnt es nach einem Klinikaufenthalt, dann müssen Entscheidungen rasch getroffen werden und dies in einem Feld, mit dem man sich noch nie beschäftigt hat“, weiß die Pflegeexpertin von der UW/H. 
Dieser Handlungsdruck führt oft zu schlechten Lösungen, deshalb rät Zegelin: „Es liegt im Interesse der Kinder, die Pflege der Eltern frühzeitig zu regeln. Deshalb müssen sie auch das Thema ansprechen und dabei die Wünsche der Eltern erfragen, sie mit einbeziehen. Wir glauben: Spätestens ab dem 60ten Geburtstag ist die Zeit dafür gekommen – auch wenn es noch Jahrzehnte gut gehen kann.“ Leider meinen viele Ältere, es sei ausreichend, wenn sie schriftlich einige Absichten „in der Schublade“ haben.  

So wichtig auch eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sind – zur Regelung einer Pflegesituation nützen sie kaum etwas


„Am besten gelingt es, Wünsche herauszuhören in vielen kleinen, vertrauensvollen Gesprächen. Immer wieder antworten ältere Menschen dann, ‚ach, lass mal’ und möchten nicht darüber sprechen. Trotzdem sollte man ohne Drängen ab und zu die Zukunft thematisieren“, rät Zegelin. Manche Familien haben auch gute Erfahrungen gemacht mit einem einberufenen „Familienrat“, z.B. bei einem Essen in guter Atmosphäre. Eine Person, der alle vertrauen, sollte das Gespräche moderieren. „Die Eltern haben natürlich sehr viel mehr Angst davor, ihr Lebensende und den Weg dorthin anzusprechen. Wenn die Kinder zeigen, dass sie dafür die Verantwortung mittragen wollen, auch wenn sie selber die Pflege nicht übernehmen können, tut das den Eltern auch gut! 
Ja es kommt auch vor, dass sich plötzlich ein Knoten löst und mit einem jahrelangen Tabu leichter umgegangen werden kann.“ Zunächst sollte die zu pflegende Person ihre Vorstellungen äußern, dann haben alle Nahe stehenden die Gelegenheit, Ideen einzubringen und am Schluss sollten die am meisten betroffenen Personen sagen, wie sie sich eine Lösung vorstellt. „Alle Vorschläge sollten achtsam diskutiert werden – kann ja sein, dass man in Zukunft selbst derjenige ist, um den es geht! Aber Vorsicht!“, warnt Zegelin, „sprengen Sie mit diesem Gespräch nicht die nächste Silberhochzeit, nur weil alle schon mal zusammen sind!“

Es gibt heute viele Möglichkeiten, sich auf Alter und Pflegebedürftigkeit vorzubereiten


Priorität sollte solange wie möglich der Verbleib in der eigenen Wohnung haben: etwa durch Umbau, durch Einsatz von Pflegediensten oder flexiblen Hilfen. In manchen Fällen bietet sich auch ein Umzug in die Nähe der Kinder an. Eine Wohnortnähe der Familie ist auch dann gut, wenn ein Heimeinzug die beste Lösung ist, so kann dafür gesorgt werden, dass sehr oft Besuch kommt. Auch macht es Sinn, sich vorab verschiedene Einrichtungen für alte Menschen anzusehen, um ein Gespür für gute Angebote zu erhalten. „Zunehmend gibt es auch ungewöhnliche Wege: Mehr-Generationen-Wohnen, eine Alten-WG aufmachen, die Pflege im Ausland arrangieren, in der Presse tauchte sogar mal die Idee auf, sich auf einem Kreuzfahrtschiff dauerhaft einzumieten – ich bin sicher, es werden weitere originelle Ansätze entwickelt“, so Zegelin.

Die durchschnittliche Pflegezeit liegt heute bei acht Jahren


Die durchschnittliche Pflegezeit liegt heute bei acht Jahren: „Die Pflege zu übernehmen kann auch eine unzumutbare Belastung für die Kinder darstellen, oft wissen die gar nicht, auf was sie sich da einlassen!“, warnen Zegelin und die Studierenden. Denn nur finanziell ist der Verzicht auf eigene Lebenszeit nicht zu vergüten, darum ist der Familienrat auch wichtig. Oft dauert es aber auch noch lange, bis die Pflegebedürftigkeit eintritt. Dann sollten die Entscheidungen nicht in Beton gegossen werden, sondern es sollte immer wieder überprüft werden, ob alle Betroffenen noch mit dem Plan leben können.
Bildquelle: Private Universität Witten/Herdecke (UW/H)

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.450 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.



Montag, 10. Februar 2014

Pflege – Was tun, wenn die Rente nicht reicht?

Immer mehr Deutsche können sich das Altenheim nicht leisten

Foto © Uschi Dreiucker / pixelio.de

Laut aktueller Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist eine wachsende Zahl von Senioren nicht in der Lage, die Kosten der Pflege durch Rente und Pflegeversicherung abzudecken. Der Anteil der Betroffenen, die die sogenannte Hilfe zur Pflege erhalten, wuchs allein von 2009 auf 2010 um fünf Prozent. "Die Situation wird sich durch den demografischen Wandel und tendenziell sinkende Renten noch verschärfen" meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga.

Hackler rät, sich möglichst früh mit einer eventuellen Pflegebedürftigkeit auseinanderzusetzen und entsprechende Vorsorge zu treffen. Der Info-Flyer "Pflegefall - was nun?" übernimmt bei den Vorüberlegungen eine Art Lotsenfunktion zu den bundesweiten Informationsangeboten.

Deutsche unterschätzen das Pflegerisiko


Jeder dritte Deutsche setzt darauf, dass die gesetzliche Pflegeversicherung (GPV) einspringt, wenn es um die eigene oder die Pflege eines nahen Angehörigen geht. Doch bereits 2005 belief sich das Defizit in der GPV auf 360 Millionen Euro: Denn Pflege ist teuer! 

Ein Pflegeheim kostet schnell 3.000 Euro im Monat.


Ein Pflegeheim kostet für einen Schwerstpflegebedürftigen schnell 3.000 Euro im Monat. Davon übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung höchstens die Hälfte (1.432 Euro). Den Rest müssen Betroffene selbst zahlen - von ihrer Rente und ihrem Vermögen. Ist alles aufgebraucht, springt die Sozialhilfe ein. Wenn möglich, holt diese sich dann das Geld von unterhaltspflichtigen Angehörigen wieder. "Wer diese Situation sich und seinen Kindern ersparen will, sollte vorsorglich die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten, beispielsweise mit einer Pflegezusatzversicherung besprechen und handeln", empfiehlt Hacker.

Was tun, wenn die Rente nicht reicht?


Wenn es um Pflege und insbesondere deren Finanzierung geht, gibt es offenbar großen Beratungsbedarf. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um einen Anspruch auf Pflegeleistungen zu rechtfertigen? Welche Leistungen übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung? Welche Hilfeleistungen gibt es überhaupt?
Der Leitfaden "Pflegefall - was nun?" zeigt auf, welche Stellen weiterhelfen. Er kann kostenlos hier oder bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstr. 32 in 53123 Bonn bestellt werden.

Samstag, 8. Februar 2014

Pilotprojekt - Auszeit für pflegende Angehörige

Hilfe für Pflegende: In Nordrhein-Westfalen startet ein neues Projekt, mit dem pflegende Angehörige entlastet werden sollen. 500 Menschen sollen profitieren

Foto © Markus Wegner / pixelio.de


Die Barmer GEK und die nordrhein-westfälische Landesregierung fördern gemeinsam ein Modellprojekt für die Entlastung von pflegenden Angehörigen. 

In einem viertägigen Seminar fernab von zu Hause sollen die Angehörigen Bewältigungsstrategien für die psychischen und pflegerischen Herausforderungen ihrer Situation vermittelt bekommen.

Eines der langfristigen Ziele des Projektes ist es, solche Entlastungsangebote in das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung zu integrieren.

In den kommenden zwei Jahren können rund 500 Betroffene an einem der sechs Seminare teilnehmen, die den Projektnamen PAUSE tragen - Pflegende Angehörige unterstützen, stärken, entlasten.

Den ganzen Artikel können Sie in der Ärztezeitung lesen. Klicken Sie hier.


Samstag, 1. Februar 2014

24 Stunden Pflege in Kernen im Remstal - gut versorgt durch polnische Pflegekräfte

Die Regionalvertretung Stuttgart der Brinkmann Pflegever-mittlung (www.24-stunden-pflege-stuttgart.de) mit Sitz in Kernen im Remstal verzeichnet zurzeit eine verstärkte Nachfrage nach polnischen Pflegekräften und Betreuerinnen für die 24 Stunden Pflege und Betreuung zu Hause in Kernen-Stetten und Kernen-Rommelshausen.



Kernen verfügt über ein gut funktionierendes Netzwerk in der Ambulanten Alten- und Krankenpflege. Die Pflegebedürftigen sind daher unter „normalen“ Umständen auch sehr gut versorgt.

Wenn die Versorgung aber über die üblichen „Hausbesuche“ der ambulanten Dienste hinausgeht, stellt sich für viele Betroffenen und deren Angehörigen die Frage der Organisation und Finanzierung, zum Beispiel einer 24 Stunden Pflege und Betreuung zu Hause.

Die 24 Stunden Pflege und Betreuung ist aber bei vielen Krankheitsbildern, insbesondere bei vielen Fällen von Demenzerkrankungen unabdingbar. Die Familie kann das nur in sehr begrenztem Umfang dauerhaft leisten. Oft sind die Familienmitglieder selbst noch berufstätig, haben eine eigene Familie oder sonstige anderweitige Verpflichtungen. Zudem wohnen zum Beispiel die Kinder oft nicht mehr am Wohnort der zu versorgenden Eltern.

Selbst da, wo die 24 Stunden Pflege in Kernen durch Angehörige geleistet werden kann, stoßen diese oft ziemlich schnell an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Oftmals wird auch durch den Ehepartner gepflegt, der selbst schon in einem entsprechenden Alter ist und natürlich im Laufe der Zeit zunehmend älter wird.

Immer öfters werden deshalb in Kernen polnische Pflegekräfte für die 24 Stunden Pflege nachgefragt, die im Haushalt mit dem Pflegebedürftigen wohnen und die Angehörigen bei der Alltagsbetreuung entlasten.


Die Gemeinde Kernen mit ihren Ortsteilen Stetten und Rommelshausen, sowie den Nachbargemeinden Beinstein, Esslingen am Neckar, Korb, Waiblingen, Weinstadt und Strümpfelbach erhalten bei der Regionalvertretung Stuttgart der Brinkmann Pflegevermittlung (www.24-stunden-pflege-stuttgart.de) mit Sitz in Kernen eine kompetente und kostenlose Beratung zur legalen 24 Stunden Pflege durch polnische und andere osteuropäische Pflegekräfte.